Pfeil und Illes gewinnen Jedermannlauf 2016
© Jedermannlauf / Uwe Brandl
02. Oct 2016

Pfeil und Illes gewinnen Jedermannlauf 2016

Wie vor zwei Jahren gewann Valentin Pfeil den Jedermannlauf und holte sich in einer Zeit von 1:06:54 Stunden erneut den Staatsmeistertitel im Halbmarathon. Wie bei den Herren entwickelte sich auch bei den Damen ein hochspannendes Rennen, das etwas überraschend Sandrina Illes in einer Zeit von 1:17:11 Stunden für sich entscheiden konnte. Peter Herzog und Cornelia Moser gewannen jeweils die Bronzemedaille und durften sich als Salzburger Landesmeister im Halbmarathon feiern lassen. Der Salzburger Laufsport freute sich gleich über drei neue Landesrekorde.


Versöhnliches Saisonende für Pfeil

Bei den Herren entwickelte sich vom Start weg ein typisches Meisterschaftsrennen. Nach einem Drittel der Distanz lagen noch fünf Läufer gleichauf: Valentin Pfeil (LAC Amateure Steyr), Edwin Kemboi (KLC), Christian Robin (LC Villach), Simon Lechleitner (LG Decker Itter) und Peter Herzog (LC Saalfelden). Auf der zweiten Runde ging es dann zur Sache. Während Mitfavorit Kemboi zurückfiel und ausstieg, setzte sich Valentin Pfeil vom Rest des Feldes ab und fand in Peter Herzog einen überraschend starken Begleiter. Der Salzburger lag nach zwei Runden immer noch gleich auf mit dem nun dreifachen Staatsmeister im Halbmarathon, der dann in der Schlussphase die Entscheidung herbeirief. In einer guten Zeit von 1:06:54 Stunden zeigte sich der Oberösterreicher deutlich verbessert zu seinen jüngsten Ergebnissen und sicherte sich wie bereits vor zwei Jahren im Rahmen des Jedermannlauf den Staatsmeistertitel. „Es ist die pure Erleichterung. Ich kann Salzburg immer in guter Erinnerung behalten“, fiel dem 28-Jährigen nach zuletzt weniger gelungenen Rennen ein großer Stein vom Herzen und sprach von einem „versöhnlichen Saisonabschluss“.


Pfeil mit zweitem Jedermannlauf-Triumph

Es kam Valentin Pfeil entgegen, dass nicht von Beginn an ein hohes Tempo gelaufen wurde. Dadurch kam er optimal in seinen Rhythmus und spielte besonders in der zweiten Runde sein Können aus. „Ich habe auf das Tempo gedrückt und als Edwin nicht mehr mitkam, wusste ich, dass ich gute Karten in der Hand halte. Dennoch musste ich bis zum Schluss großen Aufwand betreiben, um mich gegen Peter Herzog durchzusetzen. Aber ich habe gefühlt, dass ich lockerer bin.“ Nur fünf Sekunden hinter Pfeil kreuzte Christian Robin (LC Villach) die Ziellinie und jubelte über einen fantastischen zweiten Rang. „Ich bin sehr zufrieden. Ich habe mir das Tempo sehr gut eingeteilt und konnte bis zum Schluss eine hervorragende Geschwindigkeit halten. Ich habe bei Kilometer elf absichtlich ein bisschen abreißen lassen, um meinen Plan durchziehen zu können, denn ich habe gewusst, dass ich Valentin nicht schlagen kann.“ Die 1:06:59 Stunden bedeuten für den Kärntner, der am Monatsende beim Frankfurt Marathon teilnehmen möchte, eine neue persönliche Bestleistung. „Ich habe gewusst, dass ich unter 1:08 laufen kann. Dass es für eine Zeit unter 1:07 reicht, ist natürlich super.“

Wie der Kärntner feierte auch der Saalfeldner Peter Herzog den größten sportlichen Erfolg. Der 28-Jährige erreichte in einer grandiosen neuen persönlichen Bestleistung von 1:07:15 Stunden das Ziel als Dritter und freute sich nicht nur über die Bronzemedaille bei den Staatsmeisterschaften, sondern auch über den Salzburger Landesmeistertitel, den er gleichzeitig mit einem neuen Salzburger Landesrekord vergoldete. „Ich bin natürlich überrascht, denn diese Platzierung und vor allen Dingen diese Zeit habe ich mir nicht erwartet. Ich hätte nicht geglaubt, dass ich mich gegen die besten Läufer Österreichs so gut schlagen kann. Zum Schluss hatte ich ein bisschen Seitenstechen, aber die Kraft war die ganze Zeit da.“ Damit wurde der Pinzgauer, der heuer im Rahmen des Salzburg Marathon den Salzburger Nachrichten 10K City-Run in einer beachtlichen Überlegenheit gewinnen konnte, für seine mutige Taktik, das Tempo des späteren Siegers mitzugehen, voll belohnt.

Knapp am Podest vorbei liefen trotz guter Leistungen Stephan Listabarth, Simon Lechleitner (LG Decker Itter), Zweiter beim Jedermannlauf vor zwei Jahren, und die beiden Innerhofer-Zwillinge Manuel und Hans Peter (LC Oberpinzgau). Manuel belegte in einem neuen Salzburger Landesrekord der Altersklasse U23 von 1:09:00 Stunden Rang sechs, Hans Peter kam als Achter ins Ziel, womit beide auf dem Podest der Salzburger Landesmeisterschaften landeten. Triathlet Andreas Giglmayr (ASV Salzburg LA) erzielte als Neunter ebenfalls eine einstellige Platzierung.


Sandrina Illes überrascht bei den Damen

Das Rennen um den Staatsmeistertitel und damit auch um den Sieg beim Jedermannlauf der Damen entwickelte sich enger als erwartet. Favoritin Anita Baierl (TuS Kremsmünster) konnte sich nicht absetzen, wodurch ein Quartett vor der letzten Runde noch gleichauf lag. Während die Oberösterreicherin, heuer als Zweite des Salzburg Marathon österreichische Staatsmeisterin im Marathonlauf, im Laufe der dritten Runde sogar abreißen lassen musste und nach rund 17 Kilometern ausstieg, kämpften Sandrina Illes (LV Marswiese) und Victoria Schenk (Union Waidhofen/Ybbs) um den Sieg. Schenk übernahm in der Schlussrunde die Initiative und attackierte gemeinsam mit Illes, am Ende war aber die 30-Jährige die schnellere. „Taktisch ist es echt super gelaufen, das ist ein richtig schönes Erlebnis. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Zeit und freue mich, weil meine Taktik voll aufgegangen ist. Wenn es so eng ist, kommt es immer auf die Tagesverfassung an, und die war bei mir heute optimal“, jubelte Sandrina Illes über ihren ersten Staatsmeistertitel im Halbmarathon, den sie die letzten zweieinhalb Kilometer als Solistin genießen durfte. In einer Zeit von 1:17:11 Stunden verwies sie ihre Konkurrentin Victoria Schenk, die heuer bereits Dritte bei den Marathon-Staatsmeisterschaften war, in einer Zeit von 1:17:40 Stunden auf Rang zwei. Cornelia Moser (LC Saalfelden) freute sich bei ihrem Halbmarathon-Debüt auf Anhieb über einen neuen Salzburger Landesrekord von 1:17:46 Stunden. Mit dieser großartigen Leistung belohnte sie sich mit der Bronzemedaille und der Goldmedaille bei den Salzburger Landesmeisterschaften. „Ich habe vielleicht ein bisschen zu schnell begonnen, aber so war der Rennverlauf. Insgesamt bin ich sehr zufrieden, wie es heute gelaufen ist“, analysierte die 22-Jährige.


Neuer Teilnehmerrekord

1.233 Läuferinnen und Läufer aus 23 Nationen haben sich für die fünfte Auflage des Jedermannlauf seit seiner Wiedergeburt angemeldet und für ein fantastisches und stimmungsvolles Lauffest am Universitätsplatz gesorgt. Damit freute sich der Veranstalter erneut über eine deutliche Steigerung der Anmeldezahlen und einen neuen Teilnehmerrekord. Einige der besten Läufer des Landes und zahlreiche ambitionierte Hobbyläufer fanden optimale Bedingungen vor. Bei Temperaturen um die 14°C sorgte ein bedeckter Himmel nur zwischendurch für kurze, leichte Regenschauer.


Großartige Leistungen auch auf kürzeren Distanzen

Sportlich standen natürlich die Staatsmeisterschaften und Österreichischen Meisterschaften der Masters im Mittelpunkt. Hervorragende Leistungen wurden aber auch über die kürzeren Distanzen abgeliefert, was nicht nur daran lag, dass ganz gemäß des speziellen Konzeptes des Jedermannlaufs Läuferinnen und Läufer in die Wertung fielen, die den Halbmarathon nicht beenden, aber gute Zwischenzeiten für die Endwertung über 14 Kilometer und 7 Kilometer erzielen konnten.

So gewann Anita Baierl den 14km-Lauf in einer Zeit von 51:33 Minuten deutlich, überlegener Schnellster bei den Herren war der in Salzburg lebende Spanier Javier Castrillo-Martinez in einer Zeit von 46:31 Minuten. Der Sieg im smart-7km-Lauf ging an EM-Teilnehmer Edwin Kemboi, der eine Zeit von 22:17 Minuten erzielte. Schnellste 7km-Läuferin bei den Damen war Therese Wagenleiter in 29:50 Minuten.

Mit der Kieser Training Staffel erlebte ein neuer Bewerb seine Premiere beim fünften Jedermannlauf nach seiner Wiedergeburt im Jahr 2012. Jeweils drei Aktive absolvierten nacheinander einen 7km-Lauf. Dabei bestand jede Staffel zumindest aus einer Läuferin und einem Läufer, um das erstrebenswerte Miteinander von Frauen und Männern beim Sport zu fördern.


Alle Ergebnisse zum Jedermannlauf 2016